Kroatien Tag 1 von Kunz Mario

Frei nach Hans’ Motto “Mau öpis verruckts!” entschieden wir uns im Verlaufe des letzten Jahres, am diesjährigen Mitteleuropäischen Blasmusikfestival in Split, Kroatien, teilzunehmen.Meine Musikkameraden und ich freuten uns ausserordentlich auf den Start unserer Reise, anscheinend so sehr, dass meine Schwester kurzerhand vergessen hat, mich mit nach Ins zu nehmen, obwohl ich doch nur den Abfallsack zur Abholung bereitstellen wollte. Einen kurzen Sprint später sass ich dennoch im Auto. Glücklicherweise kamen wir 2 Minuten vor der geplanten Abfahrt doch noch in Ins an und konnten fast planmässig mit dem Car Richtung Mörigen aufbrechen. Jedoch wartete die nächste Panne schon in Mörigen auf uns.

Unser wichtigster Mann, Cedric Fuhrer, steckte immer noch zu hause fest, da das Auto einfach gedacht hat, dass es eben gerade in diesem wichtigen Moment Ferien haben müsse. Danken müssen wir Reto Tschannen, der unseren Maestro und seine bessere Hälfte noch fast rechtzeitig an das erwachende Seeufer von Mörigen gebracht hat. Alle verladen und Startbereit kämpften wir uns dann durch den bieler Morgenstau und auf die Autobahn wo uns vor Solothurn noch ein kurzer Stau erwartete. Jedoch konnte uns dies nicht aufhalten, genau gleich wie der allseits bekannte Gubristtunnel der natürlich auch mit Blech vollgestopft war.

Nach dem betrachten unserer neben fahrenden Autos, kamen wir dann, zwar beim falschen Check-In aber zumindest waren wir schon in Kloten, am Flughafen an. Nachdem alle ihr Geschäftlein auf der Toilette erledigt hatten fanden wir doch noch den Weg zu Check-In 1 und wurden dort auf das Gruppen Check-In verwiesen.

Als die Gepäckabgabe abgeschlossen war, folgten wir den Wegweisern zu den Gates und dem Zoll und unterzogen uns der standardmässigen Kontrolle mindestens einmal, oder auch mehrmals. Wahrscheinlich hatte die Trompete oder Klarinette zu viel Ähnlichkeit mit einer Pistole oder so etwas…

An Gate A64 wartete unsere wunderschöne A319 der Austrian Airlines, um den 1 Stunden und 10 Minuten langen Flug ins ganz leicht verschneite Wien, zu beginnen. Die einen nervöser als die anderen stiegen wir in das “Flugi” und starteten sogleich und kurze Zeit später sahen wir schon die Hauptstadt unserer östlichen Nachbarn. Unser Weg führte uns durch die bedachte Ausstiegstreppe auf das Rollfeld des Vienna International Airports, wo es einigen geradewegs fast das Toupé vom Kopf wehte. Der Rest hatte zumindest nur kalt.

Glücklicherweise mussten wir nur sehr kurze Zeit an der frischen Luft verbringen. Mit dem Bus ging es sogleich zum nächsten Eingang, von wo aus wir das Gate unseres Anschlussfluges suchen wollten, damit wir unsere finale Destination erreichen konnten.

Circa 50 Minuten später, nach dem der Sinkflug in richtung der kroatischen Adriaküste begonnenen hatte, konnten wir das Meer das erste Mal erblicken und es zeigte sich direkt von seiner schönsten Seite. Stahlblau und klar erstreckten sich die Wassermassen, welche Italien und Osteuropa separieren. Unter uns befand sich die wundervolle Landschaft des kroatischen Küstengebiets und die Vorfreude auf das Erreichen des Bodens ging Sprungweise nach oben. Stetig sanken wir der Erdkruste entgegen und schon sehr bald erkannte man die ersten Städtchen und Dörflein.

Zudem beeindruckten die vielen kleinen oder auch grösseren Inseln an der Küste, welche dafür unbeeindruckt den Wellen der Adria trotzten und aus dem klaren, blauen Meer herausstachen.

Der Boden kam immer näher und die Angst in dem kleinen Städtchen Trogir zu landen anstatt auf der Landebahn wurde immer grösser, aber wir vertrauten unserem Piloten und passierten die wunderschöne Hafenstadt. Man konnte kaum die Augen schliessen und schon setzten wir am “Zračna luka Split” auf dem einzigen Rollfeld auf. Die Landung erschien uns allen zwar etwas hart aber das störte uns nicht weiter, denn wir waren alle sehr glücklich endlich unsere Destination erreicht, zu haben.

Das Flugzeug drehte nach der erfolgreichen Landung zum Terminal ab und wir verliessen die Maschine über die Treppen um uns danach über den Asphalt gen Flughafengebäude zu begeben. Schon wieder wurden unsere Haare vom noch stärkeren Winde verweht, dies war wahrscheinlich auch der Grund für die etwas harte Landung.

Nachdem alle ihre Haare wieder gerichtet hatten und wir unser Gepäck und Instrumente entgegengenommen haben, traten wir aus dem herzigen Provinzflughafen und trafen auf unsere Dolmetscherin, Andrea, und ein paar andere Gestalten, welche für die Organisation des Blasmusikfestivals verantwortlich waren.

Unser Hotel erreichten wir etwa eine halbe Stunde später mit einem Car, welcher früher wahrscheinlech in der Schweiz oder Deutschland gedient hatte, da die Notausgänge immer noch auf Deutsch beschriftet waren und nur kleine zusätzliche Kleber auf kroatisch angebracht wurden. Das ist jedenfalls Arjens und meine Theorie. Beim Hotel bekamen wir unsere Schlüssel und suchten alle zuerst mal unsere Zimmer auf, um das Gepäck endlich wieder loszuwerden. Die Gemächer entsprachen zwar nicht unserem gewohnten schweizer Standard, jedoch kamen wir alle zum Schluss, dass wir das schon irgendwie überleben werden.

Sehr kurze Zeit später sammelten sich fast alle in der grossen Hotellobby, um an der Bar etwas zu trinken und auch den Chipsvorrat des Hotelshops zu verringern. Es wurde noch besprochen was wir mit dem angefangenen Tag noch machen wollen und wir bekamen auch einige Informationen zu den nächsten wichtigen Zeitpunkten und natürlich auch zum Abendessen. Viele entschieden sich noch das Meer zu besuchen, um am Strand sonnen zu gehen. Der Wind ging zwar immer noch stark jedoch genossen wir die Sonne, welche in der letzten Zeit in der Schweiz gefehlt hatte.

Um 19 Uhr hiess es dann “Znacht”. Alle freuten sich darauf endlich wieder etwas zwischen die Zähne zu bekommen, jedoch war das Endergebnis etwas enttäuschend, passte aber zum Gesamtbild des Hotels. Obwohl das Essen den Strick an unserem Gaumen etwas anzog genossen wir es dennoch. Zumindest entlöhnte uns das Dessert und wartete mit Apfelstrudel und einem Crèmeschnitt-artigen Gebäck auf uns. Der Rest des Abends verbrachten die meisten in der Hotelbar, wie könnte es auch anders sein schliesslich sind wir ja immer noch ein Musikverein (das hat sich ja sogar gereimt). Die meisten noch müde von der Anreise oder schon vom Alkohol, zog es dann richtung Bett, denn wir mussten am nächsten morgen schon um viertel vor elf wieder fit zum musizieren sein.

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