Seeländischer Musiktag Oberwil von Tschannen Andrea

Am Sonntag, 18. Juni 2017, war es wieder einmal so weit. Lange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet und fleissig zweimal wöchentlich zusammen geübt. Nach Oberwil b. Büren sollte es dieses Jahr gehen. Oberwil, dieser Ort war uns allen ein Begriff, aber wo befindet sich dieses Oberwil? Wie kommt man dahin, war zumindest für mich eine zentrale Frage. Nach einigen Google-Maps-Recherchen war denn auch klar, wo der Weg langführt und wie gross die Reisezeit sein würde. So wurden wir um 9.00 Uhr morgens mit Weisswein und Orangensaft herzlich in Oberwil empfangen. Und uns etwas kennt, der weiss, wo es etwas zu Trinken oder zu Essen gibt, da sind wir nicht weit…

So trafen wir uns alle guten Mutes zum jährlichen Kräftemessen der Seeländer Musikgesellschaften.

Bald schon ging es los zum gemeinsamen Einspielen. Noch halb verschlafen und mit einigen schiefen Tönen, fragte Cedric aus dem nichts heraus "Sit dr nervös?", ab da waren glaube ich alle wach. Nach dem gemeinsamen Einspielen ging es auch schon zum Wettlokal. Lange mussten wir draussen in der warmen Sonne warten, was die Nervosität sicher bei einigen steigerte. Dennoch wussten wir, dass wir uns gut vorbereitet haben. Die Nervosität durfte sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen!

Und so ging es los, wir freuten uns, dass doch viele Zuhörer (auch von der Konkurrenz) den Weg ins Vortragslokal gefunden hatten. Zuerst die Tonprobe (wir spielten einfach irgendwelche Töne, einerseits um zu prüfen, dass das Instrument nicht zwischenzeitlich entschieden hatte zu streiken, und andererseits wie dieser uns fremde Raum so klingt).

Gestartet haben wir mit unserem Selbstwahlstück "Kraftwerk". Wir alle mögen dieses Stück, ist es doch spannend, abwechslungsreich und wie oft hatten wir in den Proben gelacht, wenn die Sirene, welche von Hand angekurbelt wird, in die Generalpause spielt. Hier war der Anfang wichtig, wir mussten präsent sein, die Konzentration hoch halten. Der Anfang ist geglückt und dann kam die Sirenenstelle. Wir wussten, dass die Sirene zum Stillschweigen in einen Kübel voll Wasser getaucht wird, wir wussten aber nicht, dass dieser Tauchgang etwas früher erfolgen würde als bisher und so war der Moment des Tauchgangs schon etwas lustig, als die Sirene mit halber Fahrt ins Wasser eintauchte und ein letztes Aufjohlen unter Wasser ertönte. Man musste sich das Schmunzeln schon etwas verkneifen.

Nach dem 1. Vortrag entsteht immer die unangenehme Pause: Wir möchten am liebsten gleich mit dem 2. Vortrag weiterfahren, aber die Juroren wollten fertig bewerten. Nach gefühlten 100 Minuten durften wir endlich mit dem 2. Vortrag starten. Erneut hiess es: fokussieren, konzentrieren und präsent sein. Das Motto musste lauten: "Alle Augen auf den Dirigenten".Der 2. Vortrag war das Aufgabenstück, das bedeutet, alle Vereine in unserer Stufe/Klasse spielten das gleiche Stück: "Eloise".

Nach unseren beiden Vorträgen überliessen wird mit gemischten Gefühlen das Feld dem nächsten Verein.

Bald schon hiess es: Mittagessen und das schnell, denn um 13 Uhr durften wir auf der Bühne im Festzelt mit unseren "freien Vorträgen" das Publikum beglücken.

Direkt weiter ging es mit der Marschmusik. Es können sich sicher alle vorstellen, dass Marschmusik bei diesem Wetter zwar schön ist, aber mit schwarzen Schuhen an den Füssen in der prallen Sonne zu stehen, wahrlich keine Freude für uns Musikantinnen und Musikanten ist. Zum Glück hiess es: "Mir loufe ohni Chittu, äs isch viu z warm".

Nun denn, schon lange war klar, dass es auf der Marschmusik das "Er hat ein knallrotes Gummiboot" sein soll. Auch wenn es in Oberwil keine grösseren Gewässer gibt, wollten wir uns absichern und sind nicht nur mit Gummiboot sondern auch mit Schwimmflügeli losmarschiert. Die Schlagzeuger, welche deutlich schwerer zu tragen hatten als die Flötistinnen wurden sicherheitshalber gleich mit Schwimmwesten bekleidet und der Dirigent legte sein Stöckli zu Gunsten eines Padels zur Seite. Unser Täfeli-Meitschi Jasmine Fiechter (Präsidentin der MG Ins) stach zuerst in See, im Boot sassen Sven und Livia Jakob, welche das Publikum mit Täfeli beglückten. Die Musikgesellschaften Ins & Mörigen folgten im Gleichschritt, entlang der kurvigen Strecke durch das beschauliche Oberwil. Ich glaube, das Publikum erfreute sich an unserer Präsentation, so hörte man doch ab und zu "Isch ja ou schön, we mau ä chli moderneri Marschmusig gmacht wird".

Dann hiess es warten auf die Rangverkündigung. Mit was könnte man sich die Zeit bei solch tollem, wenn auch heissen Wetter besser verbringen als mit Glacé und Bier.

Als die Rangverkündigung losging, warteten wir alle ganz gespannt auf die Ergebnisse. Wie immer wurde als erstes der 4. Rang ausgerufen (nicht wir), auch Rang 5 war es nicht, schon wechselten unsere Gesichtsausdrucke von erwartungsvoll zu verunsichert, als es dann hiess: "6. Rang Musikgesellschaften Ins & Mörigen" waren wir happy. Das Resultat war sicher nicht so gut wie es hätte sein können, aber doch immerhin nicht letzter Rang! An dieser Stelle allen anderen teilnehmenden Vereinen herzliche Gratulation!

So ging es dann auch bald nach Hause, müde nach dem langen Tag, glücklich über den erzielten Rang und vielleicht auch etwas ängstlich, was der Dirigent uns an der nächsten Probe schimpfen wird.

Den Organisatoren dieses Festes grossen Applaus. Es ist fast alles perfekt von statten gegangen, einzig das Verdunsten des Wassers mitten am Sonntagnachmittag und das Nachbeschaffen ist nicht so glücklich verlaufen, aber sonst gibt es tatsächlich wenig zu beklagen.

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