Walzer, Polka und Märsche von Jakob Juerg

Das war der Wunsch unserer älteren Vereinsmitgliedern: ein Konzert mit traditioneller Musik. Was für eine Herausforderung für die Musikkommission, den Dirigenten und natürlich für unseren Vorstand. Nach dem Motto Was, Wie, Wann und Wo wurde das Projekt nach dem Jahreskonzert im März in Angriff genommen.
Für den Vorstand waren die Aufgaben Wann und Wo relevant. Auserkoren wurde, nach reichlichen Diskussionen, ein Herbstsonntag während des Probewochenends in der Mehrzweckhalle Mörigen, da die Halle über eine Küche verfügt und damit bestens geeignet ist um Kaffee und Kuchen anbieten zu können. Zudem gibt es dort genügend Platz und die Bühne ist unser Probelokal, also muss das Schlagzeugmaterial nicht weit umher gezügelt werden.
Für unseren Dirigenten Cedric und seine Untertanen in der Muko, stellte das Was und Wie die noch grössere Herausforderung. Das Was war eigentlich schon vorgegeben: Pouka, Wauzer u Märsch. Kein Problem also, denn unsere „Marschbüchlein“ sind voller solcher Literartur. Super! Wann aber würden wir die Zeit finden, um das alles aufzufrischen? Denn auch diese Literatur muss geübt sein, auch wenn sie zum ständigen Repertoire gehört. Im Frühling steht jeweils der Musiktag im Vordergrund (der Aufwand dafür hat sich dieses Jahr auch sehr gelohnt, 1. Rang). Dann steht noch die St. Jodelpredigt auf dem Programm und im Juli machen wir immer Ferien.
Nach den Ferien ging es los: neue Literatur für das Adventskonzert und ein paar kleinere Stücke für das Kaffeekonzert. Und unser Dirigent verstand es wiedermal, die Vorbereitungszeit trotz den vielen Herausforderungen ideal einzuteilen. Wir schafften es tatsächlich fristgerecht ein schönes Konzertprogramm zusammenzustellen.
Seeland Trumpf, Der schönste Tag im Jahr, Belgano, Kuschelpolka, Feuerfest Polka Musketier, Adelboden Länk Dänk, Blasmusikvergnügen, San Angelo, Anker und Sterne, Messen, Brodway, Märchenwalzer, Lake of Biel und als Zugabe noch den Möriger Marsch.
Was für ein Konzertprogramm für einen Sonntagmorgen nach dem Probesamstag mit 8 Stunden Probarbeit! Meine Lippen fingen aber schon nach dem ersten Drittel an zu Zittern und nach der Hälfte war ich froh um ein Kaffee, denn mein Ansatz war schon fast hinüber. Und am Schluss spürte ich meine Lippen kaum mehr. Denn auf dem Euphonium, „ dem schönsten Instrument“ in der Blasmusik, verläuft bei diesen Stücken fast jede Melodie in den hohen Tönen oberhalb des Notensystems. Und das braucht viel Ansatz und Luft.
Der grosse Lohn an diesem Sonntag war, nebst schönen Melodien, gutem Kaffee (aus der Kaffeemaschine), feinem Zopf und viel süsser Mehlspeise der grossartige Aufmarsch der Konzertbesucher. Die Halle war im Nu voll besetz, und wir durften noch mehrere zusätzliche Tische herrichten, es war einfach wundervoll!
Besten Dank für den warmen Applaus. Besten Dank an Hans Hurni für seine Ideen, wir werden sicher wiedermal ein solches Projekt in Angriff nehmen.

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